Erste Niederlage der Saison aber dennoch Punkt gewonnen

Erstmals in dieser Saison muss die SG Lindenberg / Lindau 1b beim 3:4 nach Penaltyschießen als Verlierer vom Eis. Vizemeister ERC Lechbruck war es gegönnt dem Team von Spielertrainer Schwarzbart die erste Niederlage der aktuellen Spielzeit beizubringen und wie beim ersten Kratzer im neuen Auto, tut´s besonders weh. Aus dies ausgerechnet gegen Ligafavorit Lechbruck passieren musste ist bitter aber nicht verwunderlich, wenn man sich folgende Fakten vor Augen hält. In etwas mehr als einem Jahr haben unsere Jungs nur 3 Spiele verloren, davon 2 Mal gegen Lechbruck. In 13 Begegnungen seit dem Wiedereinstieg der SGLL in die Bezirksliga gelang gerade mal ein Sieg gegen die Flößer, kein anderes Team in der Liga kann eine solche Bilanz gegen unsere Jungs aufweisen. Man kann es drehen und wenden wie man will, der ERC liegt uns einfach nicht! Nun kommen die Niederlagen nicht von ungefähr, die Flößer sind eine starke Mannschaft, nicht umsonst wurden sie letzte Saison 2. hinter dem überragenden EV Füssen. Defensiv extrem gut organisiert und sehr diszipliniert, dabei mit gesunder aber nicht unfairer Härte spielend, sind sie ein für jede Mannschaft unangenehmer Gegner. Auf allen Positionen verfügen sie über Spieler auf sehr gutem Bezirksliganiveau, alle wissen was auf dem Eis von ihnen verlangt wird und setzen dies, auch bedingungslos um. Der ERC ist ein echtes Spitzenteam und zugegebenermaßen unser Angstgegner.

So war es auch am Freitag, trotz gutem Start – das erste Tor für unsere Farben erzielte vom Anspiel weg Manuel Merk auf Zuspiel von Michael Wellenberger. Aber bereits im Gegenzug konnten die Flößer ausgleichen. Vorangegangen war ein Missverständnis unserer Hintermannschaft, der gegnerische Stürmer konnte dadurch fast ungehindert einschießen. Das Spiel im ersten Drittel wogte auf hohem Niveau hin und her, keine Mannschaft konnte sich einen echten Vorteil erspielen. Bemerkenswert waren aber die wenigen Strafzeiten, auf beiden Seiten gab es im 1. Drittel nur je eine davon, wenig für ein Spitzenspiel.

Das mit den Strafzeiten sollte sich im 2. Abschnitt ändern, nach gut 3 Minuten musste der erste Spieler auf Lechbrucker Seite auf der Strafbank platznehmen. Doch ein Vorteil für die SGLL entstand daraus nicht, denn die Scheibe wurde im Spielaufbau leichtfertig verloren. Ein Gegner vom Format der Lechbrucker lässt solche Geschenke nicht ungenutzt, Folge war die zu diesem Zeitpunkt völlig unnötige Führung für die Gastgeber. Dass es auch anders geht zeigte Spielertrainer Schwarzbart selbst, im nächsten Überzahlspiel glich er auf Zuspiel von Fabian Lämmle zum verdienten 2:2 aus. Kurz vor Drittelende wurde es dann noch mal richtig eng auf der Strafbank. Nach einer unfairen Attacke in Richtung Kopf von Dominik Mahren, gab es 2 Minuten gegen einen Spieler des ERC. Jetzt wurde es turbulent, weil sich Kapitän Patrick Prell wegen des aus seiner Sicht zu geringe Strafmaß zu Wort meldete, durfte auch er auf der Strafbank platznehmen, ebenso ein Spieler der Gastgeber. Wegen allzu vehementer Proteste nach dem Pausenpfiff gab es dann aber noch 2 weitere Strafen gegen die SGLL. So musste das letzte Drittel mit 2 Mann weniger begonnen werden. Wie sich zeigen sollte hatte diese Situation spielentscheidende Bedeutung. „Hier müssen wir einfach cleverer agieren“ gab Spielertrainer Schwarzbart später zu Protokoll.

So kam es wie es kommen musste, die Gastgeber gingen gleich nach Beginn des Schlussabschnitts mit 3:2 in Führung. Denkbar ungünstig, weiß man doch wie schwer es ist gegen die kompakte Abwehr der Flößer ein Tor zu erzielen. Dass dies dennoch gelang zeigt, dass im Team von Spielertrainer Schwarzbart heuer genug Wille steckt um auch schwierige Situationen zu meistern. Michael Wellenberger war es, der sich knapp 10 Minuten vor Schluss ein Herz nahm und kurz hinter der blauen Linie abzog. Der Puck schlug unhaltbar für den ansonsten wieder sehr starken Torwart des

ERC im kurzen Eck ein. Was folgte war Dauerdruck der SGLL mit 2 Überzahlsituationen in den letzten 5 Minuten. Aber der Puck wollte den Weg nicht mehr in eines der beiden Tore finden und so musste die Entscheidung im Penaltyschießen gesucht werden. Hier hatten die Gastgeber die erfolgreicheren Schützen auf ihrer Seite und vielleicht auch ein Quäntchen mehr Glück. Wie auch immer, der Erfolg der Hausherren war in einem Spiel auf Augenhöhe nicht unverdient und wie eingangs geschildert aus Sicht der SGLL alles andere als ungewöhnlich. So gesehen kann die gestrige Niederlage nach Penaltyschießen durchaus auch als kleiner Erfolg gesehen werden. Immerhin ist es gelungen auswärts einen Punkt gegen einen unmittelbaren Konkurrenten um einen der beiden ersten Tabellenplätze zu ergattern. Die Tabellenspitze konnte zudem verteidigt werden und die Tatsache das die Heimmannschaft den Sieg feierte als hätten sie gerade den Stanley Cup gewonnen, zeigt das unsere Jungs inzwischen auch von den Spitzenteams der Liga ernst genommen werden. Wer hätte sich das noch vor einigen Jahren träumen lassen. Die Bilanz des Wochenendes ist also trotz der ersten Saisonniederlage positiv und mit dem Heimspiel gegen den HC Maustadt am 30.12. kommt der Höhepunkt des Jahres ja erst noch.

 

Quellen:

Bericht: Oliver Baldauf

Fotos: Florian Wolf / Shakral Photography

Fotos: David Ochsenreiter

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