Aus der Traum

Die SG Lindenberg/Lindau 1b ist überraschend früh aus den Play-offs ausgeschieden. Der Sieger in Gruppe 4 hat beide Spiele gegen Mittenwald verloren. Die Fehlerquote war zu hoch

 

Das Dumme an Serien ist, dass sie irgendwann mal reißen. Umso schlechter, wenn das zur Unzeit passiert. 29 Siege in Folge hatte die SG Lindenberg/Lindau 1b im Kunsteisstadion am Waldsee gefeiert. Doch ausgerechnet zum Start in die Play-offs setzte es die erste Niederlage seit mehr als drei Jahren: Die SGLL unterlag dem EV Mittenwald mit 3:5 (0:2, 1:1, 2:2). Eine Bürde, die sie nicht mehr loswerden konnte. Auch das Auswärtsspiel am Sonntagabend ging mit 0:4 (0:2, 0:0, 0:2) verloren. „Es war ein starker Gegner. Da kann man verlieren. Es waren trotzdem zwei enge Spiele, auch wenn die Ergebnisse das nicht unbedingt widerspiegeln. In beiden Spielen hat Mittenwald unser Spiel erfolgreich  unterbunden und exzellent verteidigt.“, sagte Abteilungsleiter Oliver Baldauf. Die Spielgemeinschaft ist damit unerwartet früh ausgeschieden. Die Saison ist nun vorbei.

 

Die Play-offs sind für die Eishockeyspieler eigentlich die schönste Zeit des Jahres. Für die SGLL begann sie aber denkbar schlecht. Im Heimspiel am Freitagabend lagen die Gastgeber, die zuvor 13 ihrer 14 Saisonspiele gewonnen hatten, bereits nach sieben Minuten mit 0:2 zurück. Mittenwald präsentierte sich als richtig starker Gegner, der kaum eine Schwachstelle hatte. Die Gäste standen defensiv gut, verteidigten kompakt und machten die Mitte zu, sodass die Lindenberger Stürmer um Top-Scorer Michael Wellenberger nicht in ihr gewohntes Angriffsspiel kamen. Hinzu kam, dass Mittenwald vorne früh drauf ging und die Spielgemeinschaft unter Druck setzte. Das führte zu leichten Scheibenverlusten und ungewohnten Stockfehlern. Ein solcher führte auch zum vorentscheidenden 2:4 (52.) durch Mittenwalds Dreifachtorschützen Nico Tolle. Der hatte zuvor auch das 0:3 (21.) erzielt. Für die Hausherren trafen zwischenzeitlich Elia Feistle (26.) und Zdenek Cech (42.).

 

Obwohl zwei Tore im Eishockey nicht die Welt und schnell aufzuholen sind, sollte es aber nicht sein. Vor 275 Zuschauern, die auf jeder Seite über 30 Strafminuten sahen, gelang nach dem 2:5 (55.) nur noch der 3:5-Anschlusstreffer durch Cech (56.). Die erste Niederlage in dieser Saison in der regulären Spielzeit war unterm Strich verdient.

 

„Alles oder nichts“ hieß es somit bereits am Sonntagabend. Begleitet von einem kleinen Fanbus mit 20 Schlachtenbummlern sollte im 150 Kilometer entfernten Oberbayern der Ausgleich gelingen. Während Cech nicht spielen konnte und als Co-Trainer an der Bande stand, schlüpfte Coach Matthias Schwarzbart diesmal selbst in die Schlittschuhe. Doch es half nichts. Wieder lag die SGLL bereits nach wenigen Minuten mit 0:2 zurück. Im Mitteldrittel war sie dann besser im Spiel, doch das Schussglück fehlte. Pfosten, knapp vorbei – der Anschlusstreffer wollte nicht fallen. „Ohne eigenen Treffer zu bleiben haben die Jungs heute nicht verdient. Das Spiel war eigentlich über weite Strecken ausgeglichen, in den entscheidenden Phasen war Mittenwald aber einfach besser“, meinte Baldauf. Zu allem Überfluss musste aber auch noch Wellenberger nach einer guten halben Stunde verletzt vom Eis. Überhaupt war es nicht die Saison der SG was Verletzungen oder längerfristige Ausfälle angeht. Mit Daniel Pfeiffer, Mike Sabautzki und Timo Krohnfoth fielen 3 wichtige Stürmer praktisch die gesamte Saison aus. Seit Jahresbeginn fehlten mit Mario Kustor, Simon Lehmann und Moritz Grättinger auch noch 3 Verteidiger. Angesichts dessen darf man mit dem erreichen des Gruppensieges alles in allem nicht unzufrieden sein. 

 

Somit blieb die erhoffte Wende aus. Erstmals in dieser Saison blieb die SGLL ohne eigenen Treffer – nach zuvor im Schnitt mehr als sieben Toren pro Spiel. Im Gegenteil. Kurz vor Schluss trafen die sehr scheibensicher agierenden Mittenwalder noch zweimal. So hieß es am Ende 0:4. „Die waren die klar bessere Mannschaft. Wir haben viele Anfängerfehler gemacht und deswegen verloren“, sagte Kapitän Patrick Prell, der am Tag zwischen beiden Spielen 34 Jahre geworden hat.

 

Somit ist die Playoff-Reise des Vizemeisters von 2017 frühzeitig zu Ende. In die erste Enttäuschung mischte sich aber bereits eine Portion Optimismus: „Nächste Saison werden die Karten wieder neu gemischt, dann gehen wir es wieder an“, versprach Baldauf.

 

 

Quellen:

 

Bericht und Fotos: Benjamin Schwärzler / Der Westallgäuer und Florian Wolf / Shakral Photography

 

 

 

 

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