„Unsere größte Schwäche waren die vielen Strafen“

Die SG Lindenberg/Lindau 1b muss dann aber gegen Türkheim mit 4:7 die eben errungene Tabellenführung wieder abgeben

 

Ein Geschenk gab es nur vor dem Spiel: einen Scheck über 233 Euro, um die Benefizaktion des TV Lindenberg („Kampf gegen den Krebs“) zu unterstützen. Ein große Geste der Gäste die alle Respekt verdient. Auf dem Eis hingegen waren die Gäste weniger spendabel. Die SG Lindenberg/Lindau 1b musste sich dem ESV Türkheim verdientermaßen mit 4:7 (1:2, 2:0, 1:5) geschlagen geben und diesem die Tabellenführung in der Bezirksliga wieder überlassen. „Unsere derzeitigen Grenzen wurden deutlich. Wir haben unseren Meister gefunden“, bekannte TVL-Abteilungsleiter Oliver Baldauf nach dem Spitzenspiel am Sonntagabend.

 

Es war also alles gerichtet für das Spitzenspiel am Sonntagabend, zumal die SGLL vor 240 Zuschauern in Eissportarena Lindau auch mit voller Kapelle antreten konnte. Von Beginn an waren beide Teams voll im Spiel. Neuzugang Daniel Achberger brachte die SGLL in Führung (6.), doch noch vor der Pausensirene drehte Türkeim die Partie (8./16.). Und das war verdient, denn das erste Drittel ging an die Gäste.

 

Im zweiten Abschnitt gaben dann die Hausherren den Ton an. Zdenek Cech (32.) und Manuel Merk (34.) stellten auf 3:2.

 

Als dann kurz nach Beginn des dritten Drittels Daniel Pfeiffer das 4:2 erzielte (42.), lag der Sieg in greifbarer Nähe, zumal die SGLL noch weitere Chancen hatte, die der gute Goalie der Gäste allerdings zunichte machte. In der Folge kippte das Spiel. Denn Türkheim konnte noch zulegen – ungewollt unterstützt von den Gastgebern, die an diesem Abend häufig in Unterzahl gerieten: „Unsere größte Schwäche waren die vielen Strafen. 14 Stück sind einfach viel zu viel. Einige waren unnötig, aber oft waren wir den berühmten Schritt zu spät. Die Gäste waren meist gedankenschneller“, analysiert Baldauf.

 

Und auch fitter. Baldauf dazu: „Türkheim ist eine Mannschaft mit vier nahezu gleichwertigen Reihen, die 60 Minuten lang marschieren können. Bei den vielen jungen Spielern steht Eishockey im Lebensmittelpunkt – und die daraus resultierenden Unterschiede in der Fitness machte sich letztlich bemerkbar. Das ist weiter nicht erstaunlich, wir haben viele Spieler bei denen Beruf und Familie den größten  Spielraum einnehmen, was auch in Ordnung ist. Es zeigt sich aber, dass es wichtig ist den eingeschlagenen Weg der Verjüngung fortzusetzen, wenn wir auch weiterhin eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen wollen.“

 

Mitten in einer eigenen Drangphase kassierte die SGLL bei einem Wechselfehler das 4:3 (48.), in Unterzahl das 4:4 (51.) – und in doppelter Unterzahl das 4:5 (55.). Dieser Treffer war umstritten: Ein Schiedsrichter hatte das Schlittschuhtor bereits aberkannt, doch es wurde dennoch gegeben.

 

In der Folge versuchte die SGLL nochmals alles, nahm früh den Torwart vom Eis und erarbeitete sich Chancen, doch nach einem Scheinverlust bedeutete das 4:6 der endgültige Knockout (58.). Der letzte Gegentreffer fiel 16 Sekunden vor Schluss – ins leere Tor. „Am Ende eines ausgeglichenen Spiels war Türkheim das entscheidende Bisschen frischer und zielstrebiger“, fasst Baldauf zusammen. Die dritte Saisonniederlage sei aber kein Beinbruch. Die SGLL ist immer noch Zweiter und hat ein Spiel weniger als Türkheim. Am Samstag kommt der Tabellendritte Lechbruck zum nächsten Spitzenspiel nach Lindenberg (18 Uhr).

 

 

Quellen:

 

Bericht: B. Schwärzler WA / Pressedienst SGLL 

Fotos: Florian Wolf / Shakral Photography

 

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